Wir spielen immer, wer es weiß, ist klug!


Arthur Schnitzler

Landwirtschaft

Milchstreik

Wieder Milchstreik – nach dem Motto: es reicht – wir bleiben Bauern auf unseren Höfen!

Milch:  Tagesgeschehen in Frankreich und Folgen im BRD-Ländle u. Wahl

Wie gerade via e-post bekannt wird, haben sich inzwischen ca. 50 % der französischen Milchbauern
einem Milchstreik in Frankreich angeschlossen. Sie fordern darüber hinaus die Milchbauern der Nachbarländer auf, sich diesem Beispiel anzuschließen. Sie wollen ihre bäuerlichen Betriebe und damit die bäuerlichen Strukturen in ihrem Lande als auch ganz besonders in und für Europa erhalten!
Das Kartellamt (BRD) hat dem BDM (Bund Deutscher Milcherzeuger) verboten, aus kartellrechtlichen Gründen wieder zu einem Milchstreik wie im Mai 2008 aufzurufen.
Erste Bauern in den Niederlanden wie in Deutschland beteiligen sich durch Nichtliefern der Milch an die Meiereien übergreifend für einen europaweiten Protest gegen ruinöse Milchpreise. Die Erzeugung von einem Liter Milch kostet den Bauern 28 (Betriebe mit mehreren hundert Kühen) bis 38 cent. Das sind die Deckungsmargen ohne Gewinn!
Das Interessante dabei ist, daß selbst die ganz großen Betriebe (größer 500 Kühe) vorrangig in den neuen Bundesländern bei 18 bis 24 (Bayern) Cent/liter Milchpreisvergütung von ihrer Meierei also eine tägliche Unterdeckung von 6 bis 10 Cent/l verkraften müssen – in anderen Teilen Deutschlands bis 18 Cent Unterdeckung! Da auf diesen Großbetrieben mit Personal meist rund um die Uhr in drei Schichten gemolken wird – auf das verständlicherweise nicht verzichtet werden kann - , bluten gerade diese Betriebe ganz besonders aus.... Man hielt und hält (sinnigerweise gerade auch der Deutsche Bauernverband S.-H.) den bäuerlichen Betriebsleitern vor: `Ihr müßt wachsen und die Meiereien müssen fusionieren´.
Aber, wie wir sehen liegt das alleinige Wohl nicht nur in der Größe. Nein, gerade der Familienbetrieb ist mit seinem Engagement wie Liebe zum Beruf weit flexibler -  aber er braucht sein festes Einkommen für die Produktion so wichtiger Grundnahrungslebensmittel wie z. B. der Milch, um den Betrieb zu erhalten!

Daß der in der gerade abgelaufenen Ernte gezahlte Weizenpreis mit ca. 10 €/ 100 kg auch nicht kostendeckend ist, sei hier zwingend denn doch auch bemerkt.

Und nun kommen unsere soooo freien Medien in Deutschland in das Spiel. Sie berichten von ca. 5 oder 7 % französischen Milchbauern, die in einen Lieferstreik getreten seinen.....  Ach ja, wir haben in Deutschland ja Wahlen..... Ob diese Enthaltung von objektiver Berichterstattung – außerdem ist Frankreich so unendlich weit weg – wohl etwas damit zu tun hat?
Derartige Meldungen passen so kurz vor der Wahl nun aber überhaupt nicht ins BRD-Bild....

Lieber Bürger, wenn unsere Bauernhöfe – wie schon im Gange – auf Grund absolut ruinöser Erzeugerpreise nun noch einmal vermehrt aufgegeben werden, kommt es in einem der am engsten besiedelten Länder der Welt, Deutschland wie den westlichen Industriestaaten, zu einer von uns Allen sicher nicht gewollten industriellen und damit Großflächenlandwirtschaft. Die  landwirt-schaftlichen Spezialbetriebe wurden in den letzten Dekaden  permanent  in diese Positionen hinein gedrängt. Sie haben hohe Investitionen getätigt, um die von ihnen geforderten speziellen Rahmenbedingungen erreichen zu können. Der Aufbau leistungsfähiger immer größer werdender Viehherden ist keine Sache weniger Jahre, sondern bedarf Zeit, Geduld, Zielstrebigkeit und vor allem Vertrauen in die Mitgesellschaft, daß diese Wege, Entscheidungen, von eben diesen Mitbürgern auch langfristig honoriert, eben mitgetragen werden.

Das ist eine Grundvoraussetzung in und für eine jede gut funktionierende Solidargemeinschaft!
Was hier und heute geschieht, ist ein Geldschneiden ganz übler Finanzauguren, denen – wie wir auch sonst in der „Finanzkrise“ vor Augen geführt bekommen – Einzelschicksale wie das Niedergehen von Völkern herzlich wenig tangiert. Außerdem versagen unsere derzeitigen Politiker restlos – oder sollten sie Drittkräften verpflichtet sein? Manchmal scheint es einem fast so....

Wählen Sie darum GANZ UNTEN mit Ihrer Erststimme „Partei-frei“, damit wieder Deutsch gesprochen werden kann in unseren Parlamenten – dafür stehen wir.